exkursion unteres saaletal.

1 10 2011

Am 3. Oktober veranstaltet die Bürgerinitiative Saaletal eine Exkursion in die Porphyrlandschaft dss Flora-Fauna-Habitat-Gebiets Unteres Saaletal. Treffpunkt ist 10:30 Uhr an der Fähre Brachwitz. Die Exkursion dauert ungefähr zwei Stunden und endet in Gimritz.

Mit der Exkursion soll auf die landschaftliche Schönheit und den Artenreichtum einerseits und die fortbestehende Gefährdung des unteren Saaletals durch die geplante Autobahn 143 andererseits hingewiesen werden.

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Fahrraddemo: „Wir sind der Verkehr – schöner leben mit weniger Autos“

9 09 2011

9. September in Halle/Saale

Start und Endpunkt ist die Oper
Beginn 16:30 Uhr / Ende ungefähr 17:30 Uhr

Die Route: von der Oper den Uniring bergab bis zum Urania/Flowerpower, rechts in die Wallstraße hinein, am Botanischen Garten vorbei, und der Straße folgend am Thalia/Puschkino vorbei, am August Bebel Platz nach rechts, an der Universitätsbibliothek vorbei geradeaus zurück zur Oper.

Die Runde fahren wir zwei Mal.

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Hintergrund

Der Zustand der halleschen Fahrradwege und Fußwege wird immer schlechter. Dabei nutzt die Mehrheit der HallenserInnen die Straßenbahn, Bus, Fußwege und das Fahrrad. Es ist daher höchst undemokratisch, dass die städtische Verkehrspolitik einseitig den Autoverkehr fördert, sich sogar gegen eine Verbesserung der Luftqualität durch die Umweltzone sträubt.

Wir fordern:

– Mehr Radwege und bessere Instandsetzung der bestehenden Wege
– Winterdienst auf Rad- und Fußwegen ohne wochenlange Verzögerung
– Bessere Fußwege ohne Stolperfallen und mehr öffentliche Bänke, damit sich auch ältere Menschen gefahrlos bewegen können
– wesentlich mehr Zebrastreifen
– allgemeine Ent-schleunigung des Autoverkehrs durch Tempo 30 Zonen,
schmalere Spuren, Verkehrsinseln
– Pazifizierung des Autoverkehrs durch Blitzer und Kontrollen
– Fußwege n u r für Fußgänger, nicht für Radler, auch hier sind
Kontrollen nötig
– ein Fahrradparkhaus am Hauptbahnhof – Planung liegt schon seit Jahren vor
– Mehr und bessere Abstellanlagen in Schulen, Kitas, an der Uni und an Wohngebäuden
– mehr Öffentlichkeitsarbeit für den Umstieg aufs Rad – „Kopf an Motor aus“ war nur ein Anfang.
– konsequente Einführung der Umweltzone
– neue Verkehrspolitik, in der ÖPNV, Fuß und Rad Vorfahrt haben und die
Autonutzung auf ein Mindestmaß reduziert wird. Siehe dazu: Trierer
Manifest

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Warum diese Demo?

Weil es nicht (mehr) möglich ist in Halle Rad zu fahren, ohne jeden zweiten oder dritten Tag dem Tod ins Auge zu schauen, in Form von Menschen, die die Straße und die Stadt mißbrauchen um ihre Aggressionen auszuleben. Von einer Ampel zur nächsten zur rasen um persönliche Minderwertigkeitskomplexe zu kompensieren, ist kein Zeitgewinn, kostet aber alle anderen Menschen Nerven und leider zu oft auch die Gesundheit und manchmal das Leben.
Wenn der Gesetzgeber darauf setzt, dass sich Fußgänger, Radfahrer und Autos ohne weiteres respektieren, dann entspricht das leider nicht mehr dem Stand des Jahres 2011. Radfahrern ist auf vielen Straßen nicht nur sehr unangenehm sondern auch gefährlich. Auch wenn nur einer von zehn Autofahrern rücksichtslos überholt, ist das für Fahrradfahrer inakzeptabel. Es braucht daher wesentlich mehr Radwege in der Stadt!

Von der Stadtverwaltung Halle kann erwartet werden, dass sie endlich aufhört Radfahrer als Minderheit zu betrachten. Viele Menschen nutzen das Rad selbst unter den jetzigen Umständen. Es könnten aber viel mehr sein, mit besserer Verkehrspolitik. Das hieße: weniger Autos, weniger Feinstaub und Ozon, weniger Lärm, weniger Aggression, weniger CO2. Eine Stadt mit Fuß- und Radverkehr ist lebenswert! Straßen mit vielen Autos hingegen zeigen mit vergammelnden und leerstehenden Häusern, dass dort niemand leben will.

Während Städte wie Berlin, London und Paris das Fahrrad fördern wo immer es geht, steckt die hallesche Politik immer noch in den 1960er Jahren. Selbst die kleinen Straßen der Innenstadt, die noch nie für Autos geeignet waren, sind von ihnen dominiert. Für Fußgänger ist es nicht attraktiv, sich auf den Gehweg zu zwängen, während der Großteil der Fläche von einigen wenigen Autos eingenommen wird. Dabei hat Halle eine schöne, verwinkelte und kompakte Innenstadt, die ohne weiteres durch Straßenbahn, Fuß und Rad erreichbar ist.

(fahrraddemo.de)





Grüne mahnen Sachlichkeit in Auseinandersetzung um A143 an – Wiederholung alter Argumente reicht nicht

2 05 2011

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zur aktuellen Diskussion um die A 143

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN haben die Kritik an Umweltschützern zur Planung der A143 zurückgewiesen. „Man kann nicht aktuelle Planungen mit veralteten Argumenten belegen“ kritisiert der Landesvorsitzende Christoph Erdmenger Äußerungen aus der SPD und die Festlegungen im Koalitionsvertrag von CDU und SPD. „Als die A 143 einmal geplant wurde, rechnete man mit immer gleichbleibender Bevölkerung und dauerhaft niedrigen Spritpreisen. Die Realität sieht anders aus. Bei den Äußerungen von Herrn Felke und Frau Pähle könnte man denken, die Ökologie sei im Denken der SPD weiter der Feind der Ökonomie. Tatsächlich genügt die A 143-Planung aber keinerlei ökonomischen Kriterien. Die Autobahn ist zu teuer, sie bringt zu wenig und sie hat zu viele Nebenwirkungen.“

Erdmenger weiter: „Wer die A 143 als Lückenschluß im Fernverkehrsnetz bezeichnet, muß auch sagen, für welche fernen Orte sich denn eine Lücke auftut, um auf die A 14 zu kommen. Die gibt es aber nicht. Profitieren würden nur lokale Verkehre z.B. aus den Ortschaften direkt westlich von Halle.“ Auch das Argument, die Hochstraße in der Innenstadt von Halle würde entlastet, lassen die Bündnisgrünen nicht gelten. „Das ist seit einigen Jahren durch Verkehrszählungen widerlegt. Dort fährt kaum Durchgangsverkehr.“ so Erdmenger.





SPD: A 143 – Ablehnung realitätsfremd

27 04 2011

Im Rahmen eines Ostermarsches demonstrierten jüngst rund 120 Personen gegen den Weiterbau der A134 im Nordwesten von Halle. Mit Unverständnis haben nun die SPD- Landtagsabgeordneten Dr. Katja Pähle und Thomas Felke auf die damit verbundene Forderung nach einem Baustopp reagiert.

Bei der A 143 gehe es nicht um eine bloße Verlängerung sondern um einen Lückenschluss, der die sogenannte „Mitteldeutsche Schleife“ um Halle und Leipzig vollenden soll. Die A 143 habe dabei eine erhebliche Bedeutung für die Verkehrsströme nicht nur in der Region sondern auch für den Fernverkehr im Rahmen des deutschen Autobahnnetzes.

„Nach dem das Planfeststellungsverfahren Anfang 2007 durch eine Klage des Naturschutzbundes NABU ausgesetzt worden ist, versuchen die Planer alles, um die Unterlagen hinreichend rechtssicher zu machen. Ziel muss es sein“, so die beiden halleschen Abgeordneten, „zügig zu einem Abschluss zu kommen, um das letzte Teilstück vollenden zu können und die Verkehrs- und Umweltsituation in der Stadt Halle damit zu verbessern.“

Pähle und Felke ignorieren dabei aber nicht die in den Augen von Umweltschützern noch ungeklärten Fragen, schließlich würde der betreffende Autobahnabschnitt Naturschutzgebiete tangieren: „Im Planungsverfahren müssen natürlich die Umweltbelange detailliert berücksichtigt werden. Die SPD- Landtagsfraktion hat sich dazu von den Planern ausführlich über die aufwendigen Untersuchungen informieren lassen. Verschiedene Maßnahmen wie Grünbrücken, Wälle bis hin zur eingehausten Saalebrücke tragen dem Rechnung. Hinzu kommen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen von denen der Umweltschutz profitiert.“

Eine Neutrassierung näher an der Stadt, wie von den Umweltschützern dargestellt, um eine größere Entlastung zu erreichen, dürfte auf Grund der vorhandenen örtlichen Gegebenheiten in den Augen von Pähle und Felke kaum möglich sein, würde weitere Zeit kosten und würde vermutlich ebenso von den Gegnern abgelehnt werden.

„Bei allem berechtigten Einsatz für die Lebensräume von Tieren und Pflanzen, sollte der Blick auf die Spezies Mensch nicht verloren gehen. Die Belastungen vieler tausend Bewohner der Stadt, auch hinsichtlich des Autobahnumleitungsverkehrs, ließen sich mit der A 143 deutlich reduzieren“, so die beiden Landtagsabgeordneten abschließend.





Ostermarsch gegen die A 143 (Westumfahrung Halle)

5 04 2011

am Ostermontag, dem 25. April 2011
Start: 10:30 Uhr an der Saalefähre Brachwitz

Mit diesem Ostermarsch wollen wir einen Frühlingsausflug in die Porphyr­land­schaft nordwestlich von Halle verbinden mit dem Protest gegen die geplante Zerschneidung dieser Landschaft durch eine Autobahn. Wir wollen ein Zeichen setzen für den Schutz des Unteren Saaletals, für den Erhalt seiner Artenvielfalt, für ein Naherholungsgebiet ohne Lärm und Gestank, für einen der letzten Flecken un-verbauter Natur um Halle.

Der Ostermarsch startet am 25.4. um 10:30 in Brachwitz (Fähre) und führt über Friedrichs­schwerz und durch die Porphyrkuppen nach Gimritz. Die Wanderung dauert ca. 3 Stunden.

Über Ihre Teilnahme am Ostermarsch würden wir uns sehr freuen, und wir möchten Sie zugleich bitten, diese Einladung zum Ostermarsch auch in Ihrem Umfeld noch weiter zu verbreiten.

Weitere Informationen zum geplanten Ostermarsch und zur A 143 finden Sie im beigefügten Flugblatt und auf www.nabu-halle.de

flyer





Prognose: Sachsen-Anhalt vergreist

23 01 2010

MZ 23.02.10

VON STEFAN SAUER UND MICHAEL FALGOWSKI

Die Bevölkerung in Ostdeutschland wird bis zum Jahr 2060 sehr viel stärker abnehmen und altern als im Westen. Einer aktuellen Bevölkerungsprognose des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden zufolge werden in 50 Jahren 37 Prozent weniger Menschen zwischen Rügen und Erzgebirge leben als heute, während die Bevölkerung in den westlichen Flächenländern nur um 19 Prozent zurückgehen wird.

Am stärksten vom Bevölkerungsschwund ist demnach Sachsen-Anhalt (Landesmotto: „Wir stehen früher auf“) betroffen, das einen Rückgang um 43 Prozent von 2,35 Millionen Einwohnern 2009 auf nurmehr 1,34 Millionen 2060 verkraften muss. Sachsen-Anhalts Minister für Landesentwicklung, Karl-Heinz Daehre (CDU), sieht in der Prognose keine zwangsläufige Entwicklung. „Wir müssen vor allem die jungen Frauen im Land halten. Dafür ist es entscheidend, so schnell wie möglich die Löhne auf dem Arbeitsmarkt zwischen Ost und West anzugleichen. Und warum sollten dann nicht auch Menschen aus anderen Regionen nach Sachsen-Anhalt kommen?“, sagte Daehre der MZ.

Im bevölkerungsreichsten Bundesland NRW werden laut Prognose mit 14,23 Millionen rund 20 Prozent weniger Menschen leben als heute, für Bayern sagen die Statistiker einen Rückgang um 14,4 Prozent voraus. Die geringste Bevölkerungsabnahme verzeichnen den Berechnungen zufolge die Stadtstaaten Bremen, Berlin und vor allem Hamburg mit minus sechs Prozent bis 2060. Die deutsche Gesamtbevölkerung wird bis zu diesem Jahr von heute 82 Millionen auf 64,5 Millionen Menschen schrumpfen, von denen dann 51,2 Millionen in den westlichen und 8,2 Millionen in den östlichen Flächenländern leben werden.

Für die Zukunft der sozialen Sicherungssysteme noch weitaus dramatischer ist die Abnahme des erwerbsfähigen Bevölkerungsanteils im Alter zwischen 20 bis 65 Jahren. In Sachsen-Anhalt kommen derzeit auf 100 Menschen dieser Altersgruppe 33,6 Menschen über 65 Jahren, in NRW sind es 30,9 Personen. Dieser „Altenquotient“ steigt an Elbe und Saale bis 2006 auf 74,1, an Rhein und Ruhr auf 64,7. Rechnet man die jungen Menschen unter 20 Jahren hinzu, wird 2060 auf einen Deutschen im erwerbsfähigen Alter ein Bewohner über 65 oder unter 20 Jahren kommen.

In Sachsen Anhalt, dem schon heute mit einem Durchschnittsalter von 45,9 Jahren „ältesten“ Bundesland, werden auf 100 Menschen zwischen 20 und 65 Jahren 104,5 jüngere und ältere Bewohner kommen, deren Ausbildung und Altersrenten finanziert werden müssen. In Thüringen und Brandenburg liegt das Verhältnis 2060 dann sogar bei 100 zu 110.

Wenig besser sieht es im Westen aus, wo auf 100 Erwerbsfähige zwischen 91 bis 100 jüngere und ältere Mitmenschen gezählt werden. Für ihre Prognosen legten die Statistiker eine gleich bleibende Geburtenquote von 1,4 Kindern pro Frau, einen jährlichen Einwanderungsüberschuss von 100000 Menschen sowie einen Anstieg der durchschnittlichen Lebenserwartung auf 85 Jahre für neugeborene Jungen und und 89,2 Jahre für Mädchen zugrunde. Für die innerdeutsche Wanderungsbewegung, die 2009 im Saldo 48000 Menschen von Ost nach West ziehen ließ, nahmen die Experten bis 2030 ein Absinken auf Null an.

Für Sozial-Experten ist klar, dass ein solcher Wandel tiefgreifende Konsequenzen für die Finanzierung und Leistungsfähigkeit der Renten-, Pflege- und Krankenversicherung haben wird. Da die ostdeutschen Länder früher als der Westen auf den Wandel mit einem Umbau der Sozialsysteme reagieren müssten, könnten die alten Länder hiervon lernen, sagte Bevölkerungsforscher Rembrandt Scholz vom Max-Planck-Institut für Demografie in Rostock.





Demografie: Bevölkerung im Land schrumpft weiter

18 12 2009

MZ 18.12.09

Autor: SUSANNE WEIHMANN

Sachsen-Anhalt verliert weiter Einwohner. Ende April dieses Jahres lebten 2 371 400 Menschen im Land, 10 480 weniger als zum Jahresbeginn. Das teilte das Statistische Landesamt am Freitag in Halle mit. Gründe dafür seien der Geburtenrückgang und die anhaltende Abwanderung, sagte Innenminister Holger Hövelmann (SPD) bei der Präsentation des Statistischen Jahrbuchs 2009.

Damit haben seit der Wende bereits mehr als eine halbe Million Menschen das Land verlassen. Das seien so viele Einwohner wie die Städte Halle, Magdeburg und Wittenberg 2008 zusammen hatten. „Die Politik will natürlich nicht nur einen Schrumpfungsprozess begleiten, sondern auch positive Gegenentwicklungen unterstützen“, sagte Hövelmann.

Programme verpuffen

So müsse der Zuzug gefördert werden, um den Fachkräftebedarf zu decken und die Finanzkraft des Landes zu stabilisieren. Um das zu erleichtern, können junge Familien Wohnraum verbilligt erwerben, sagte Hövelmann. Dass dieses Programm bisher nicht den erhofften Effekt gehabt habe, bedauerte er. Auch die vom Land gestartete Rückholaktion junger Frauen sei bislang weniger erfolgreich als erwartet – die Wirtschaftskrise habe das Projekt ausgebremst. Als Lichtblick bezeichnete Hövelmann unterdessen die gestiegene Geburtenzahl. 17 697 Kinder kamen 2008 zur Welt, 310 mehr als im Jahr zuvor.

Weniger Verkehrstote

Rückläufig ist derweil die Zahl der Verkehrstoten. Von Januar bis zum 15. Dezember 2009 starben auf Sachsen-Anhalts Straßen 161 Menschen, 62 weniger als im gleichen Vorjahreszeitraum. Die Finanzkrise dämpfte indes das Wachstum bereits 2008. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs gegenüber dem Vorjahr nur um 1,8 Prozent (2007: 2,6 Prozent). Im ersten Halbjahr 2009 ging es um 5,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurück. Das Jahrbuch des Statistischen Landesamtes dokumentiert anhand von Zahlen und Diagrammen die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse des Landes.