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A 143 stoppen – Keine Autobahn durch das Untere Saaletal!

Gemeinsam mit betroffenen Anwohnern wehrt der NABU Halle/Saalkreis sich seit vielen Jahren gegen die Zerschneidung der Naturschätze von Europäischer Bedeutung im Unteren Saaletal durch die geplante Autobahn A 143 – Westumfahrung Halle. Zu massiven Naturschäden würde die geplante Trasse vor allem in den europäischen Schutzgebieten führen – der Porphyrkuppenlandschaft bei Gimritz / Brachwitz und in den Muschelkalkhängen bei Lieskau.
Aufgrund schwerwiegender Verstöße gegen das Europäische Naturschutzrecht wurde der Bau der A 143 im Januar 2007 durch das Bundesverwaltungsgericht vorläufig gestoppt. Dennoch werden die Autobahnpläne weiter verfolgt, und auch der Widerstand gegen die A 143 geht daher weiter – wenn nötig auch bis hin zu einem weiteren Gerichtsverfahren.

Die A 143 ist Teil der als Verkehrsprojekte Deutsche Einheit geplanten Verkehrsinfrastrukturmaßnahmen (Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 13 „“Südharzautobahn““ A 38/A 143). Diese Verkehrsprojekte wurden 1991 vom Bundeskabinett im Vorgriff auf den Bundesverkehrswegeplan von 1992 beschlossen.
Das geplante Autobahnteilstück würde einen Teil der einzigartigen Landschaft des Naturparks „“Unteres Saaletal““ durchqueren und in unumkehrbarer Weise schädigen. Er würde zwei nach der europäischen Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie geschützte Gebiete zerschneiden (Porphyrkuppenlandschaft nordwestlich Halle, Muschelkalkhänge westlich Halle). Projekte, die solche Gebiete schädigen, sind grundsätzlich untersagt. Die sehr strengen Ausnahmeregelungen treffen auf die geplante Autobahn nicht zu.
Vom Bundesamt für Naturschutz wird das Gebiet zu den unzerschnittenen, verkehrsarmen Räumen in Deutschland gezählt, denen eine besondere Bedeutung für den Naturschutz zukommt. Es wird im Regionalen Entwicklungsprogramm für den Regierungsbezirk Halle (1996) und im Gesetz über den Landesentwicklungsplan Sachsen-Anhalt (1999) als Vorranggebiet für Natur und Landschaft festgelegt. Im Landschaftsprogramm des Landes Sachsen-Anhalt (1994) und im Landschaftsrahmenplan des Saalkreises (1996) werden die Erhaltung der Landschaft des Unteren Saaletals ausdrücklich als Ziele festgelegt.
Von den Planern wird anerkannt, dass es keinen sogenannten »konfliktarmen Korridor« gibt: „Alle Varianten zerschneiden das LSG »Saale« sowie den geplanten Naturpark in etwa gleicher Weise und sind daher grundsätzlich in gleicher Weise ungünstig.“ und dass alle Eingriffe nicht ausgleichbar sind: „Jegliche Eingriffe, insbesondere Zerschneidung zusammenhängender Lebensräume mit vielfältigen Austauschbeziehungen auf Dauer sind nicht ausgleichbar.“ Die Landesplanerische Beurteilung stellt daher fest: „Aus Sicht des Naturschutzes ist das Vorhaben nicht vertretbar.“
Dies alles ist vor dem Hintergrund zu betrachten, dass die A 143 lediglich eine »Ergänzung« der Südharzautobahn A 38 darstellt und für deren Zweck, eine leistungsfähige Verkehrsverbindung zwischen den Räumen Halle/Leipzig und Kassel/Göttingen herzustellen, gar nicht notwendig ist. Die A 143 ist also nur für regionale und lokale Ziele von Bedeutung, welche erst im Verlauf des Planungsprozesses zusätzlich aufgenommen wurden. Für diese regionalen Ziele bestehen Alternativen, d.h. die Ziele der A 143 können auf anderem Wege erreicht werden, welche in ihrer verkehrlichen Wirkung effektiver und dabei kostengünstiger sind als die geplante Autobahn.
Mit der offiziellen Anerkennung des Gebietes als Naturpark ist es nun auch verbindlich, die Prinzipien Nachhaltiger Entwicklung anzuwenden, wozu der Autobahnbau in starkem Widerspruch stünde.
Die geplante Autobahn ist aus naturschutzrechtlicher, ökologischer, verkehrlicher und wirtschaftlicher Perspektive nicht vertretbar und zudem anachronistisch. Daraus ergibt sich notwendigerweise ein Verzicht auf das Projekt.

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