»Die größte Fehlallokation von Ressourcen in der Geschichte der Welt«

»Der Boom von Automobilen und Vororten, der in den 1940er Jahren begann, wendete eine neue Depression ab und bot Millionen von Arbeitsplätzen und Wohnungen, aber diese Vorteile hatten tödliche Kosten. Aus ökologischer Sicht könnte der Automobil-Suburbia-Boom, wie der Autor und Gesellschaftskritiker James Kunstler meint, „die größte Fehlallokation von Ressourcen in der Geschichte der Welt“ sein:

Es gibt wirklich keine Möglichkeit, die Kosten für das, was wir in Amerika getan haben, vollständig zu berechnen, selbst wenn versucht würde, nur die monetären Kosten zu berücksichtigen (ohne die sozialen und ökologischen Kosten). Sicherlich liegt es irgendwo in den Zehn Billionen von Dollars, wenn all die Straßen und Autobahnen, alle Autos und Lastwagen, die seit 1905 gebaut wurden, die weit verzweigten Netze der Elektrizität, der Telefon- und Wasserleitungen, die Zahl von Tausenden von Vorstädten, eine ähnliche Anzahl Einkaufspassagen, Tausende von regionalen Einkaufszentren, Fachmarktzentren, Hamburger- und Pizza- und Donut-Läden, Büroparks, Zentralschulen und all die anderen gebauten Accessoires dieses Lebens summiert werden. Die Frage ist doch: Was wird aus alledem? Den Vorstädten winkt ein tragisches Schicksal, und mehr als die Hälfte aller Amerikaner lebt in Vorstädten. Die Ökonomie der vergangenen Jahrzehnte basierte mehr oder weniger auf dem Bau und der Instandhaltung von Vorstädten. Doch das ganze System funktioniert nur, wenn es billiges Benzin und ausreichend Erdgas gibt. Die Vorstädte werden dramatisch an Wert verlieren, und ob sie dann überhaupt noch brauchbar sein werden, steht dahin.‹ (Kunstler, James Howard. The Long Emergency: Surviving the Converging Catastrophes of the Twenty-First Century. New York: Atlantic Monthly Press, 2005, 248.)« (Angus, Ian. Facing the Anthropocene: Fossil Capitalism and the Crisis of the Earth System. New York: Monthly Review Press, 2016, 157f., Photo by Jeremy Bishop on Unsplash)

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