Klage gegen Weiterbau der A 143 geplant

29 12 2009

Der Verband Nabu sieht auch in den neuen Plänen für die A 143 schwere Verstöße.

MZ 29.12.2009

Autor Jan Möbius

Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) droht erneut mit einer Klage gegen den Weiterbau der neuen Autobahn 143.

Die Überarbeitung der Planungsunterlagen habe zu keinen nennenswerten Ergebnissen geführt, sagte Sebastian Voigt vom Nabu-Regionalverband Halle-Saalkreis. „Zu massiven Naturschäden würde die geplante Trasse vor allem in den durch EU-Recht geschützten Gebieten führen. Dazu zählen die Porphyrkuppenlandschaft bei Gimritz sowie die Muschelkalkhänge bei Lieskau.“ Weil der Nabu weiter schwere Verstöße gegen das europäische Naturschutzrecht sehe, kündigte Voigt massiven Widerstand gegen die Pläne an. „Wenn nötig auch mit einem neuen Gerichtsverfahren“, sagte er.

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hatte den Weiterbau der A 143 zwischen der B 80 bei Bennstedt und der A 14 im Nordwesten Halles im Januar 2007 gestoppt. Daraufhin mussten alle Unterlagen überarbeitet werden. Der Abschnitt soll den Autobahnring um den Großraum Halle/Leipzig komplettieren (siehe Karte).

„Es bringt nichts, an Details zu feilen. Das Grundproblem ist und bleibt die Trassenführung“, so Voigt. Für ihn und seine Mitstreiter sei die beste Lösung, die Autobahn überhaupt nicht zu bauen. „Dafür sollte Augenmerk auf die bereits bestehenden Bundesstraßen gelegt werden“, sagte er.

Gerade die Ergebnisse der Verkehrszählung in Halle hätten gezeigt, dass die Erweiterung der A 143 für die Großstadt keine Entlastung bringen würde. „Deshalb ist es sinnvoller und ausreichend, die Bundesstraßen auszubauen“, so Voigt. Der Nabu habe beim Landesverwaltungsamt (LVwA) eine ausführliche Stellungnahme abgegeben. „Wir warten jetzt auf den Bescheid von der Behörde und werden dann weitere Schritte besprechen“, kündigte der Umweltschützer an.

Neben dem Nabu hätten sich aber auch zahlreiche Anwohner der betroffenen Gebiete zu Wort gemeldet, sagte die Sprecherin des Landesverwaltungsamtes, Denise Vopel. „Insgesamt sind hier bislang 142 Einwendungen eingegangen.“ Sie beschäftigen sich überwiegend mit dem Thema Immissionsschutz und Lärmvorsorge sowie mit dem Schutz der Landschaft.

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