Weil der Verkehr immer weniger wird, schwenkt die Stadt um

16 11 2009

BILD Halle 16.11.09

Halbe Hochstraße kommt weg!

Autor: Uwe Freitag

Die Hochstraßen-Sensation! Seit Jahren wird in Halle über einen Abriss der Betonpiste diskutiert, die den Altstadt-Kern zerteilt. Noch vor kurzem hieß es von der Stadt: Ohne Hochstraße geht es nicht. Doch jetzt ließ Bürgermeister Dr. Thomas Pohlack (54, parteilos) die Bombe platzen. Das Rathaus plant einen Teilabriss der Schnellstraße.

Innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahre könnte die südliche Trasse verschwinden, die unmittelbar vor den Franckeschen Stiftungen verläuft. Der Verkehr würde auf der nördlichen Fahrbahn dann in beide Richtungen rollen. Pohlack: „Wir werden ein Gutachten und Planungen in Auftrag geben, ob und wie wir einen Teil des Verkehrs auf die untere Ebene verlegen können.“

„Mit einer solchen Entwicklung hat niemand gerechnet“, sagt Hans-Georg Ungefug (71), Sprecher der Bürgerinitiative (BI) Hochstraße, die für einen Abriss plädiert. „Wir haben uns die Zahlen aus der Verkehrszählung noch einmal gründlich angesehen“, erklärt der Bürgermeister die Trendwende. Innerhalb weniger Jahre habe es auf der Hochstraße einen Verkehrs-Rückgang um 25 Prozent gegeben.

Ein weiterer Grund: Innerhalb der nächsten fünf Jahre müssen beide Brücken für 6,7 Mio. Euro saniert werden. Die Stadt will jetzt mit einem Teil dieses Geldes den Umbau finanzieren. „Ich halte das für einen guten Kompromiss“, sagt Pohlack.

„Die Aufnahme der Franckeschen Stiftungen in die Welterbeliste der Unesco rückt damit ab absehbare Nähe“, freut sich BI-Sprecher Ungefug.

Bisher hatte man die Befürchtung, wegen der hässlichen Hochstraße bei der Unesco durchzufallen.

660 Meter Beton spalten die Stadt

Im Juli 1965 begann am heutigen Riebeckplatz (damals Thälmannplatz) die Umgestaltung des halleschen Verkehrssystems. 1967 wurde der Beschluss zum Bau der Magistrale nach Neustadt gefasst, die am 7. Oktober 1971 für den Verkehr freigegeben wurde. Die Hochstraße, ein 660 Meter langes Teilstück zwischen Saale und Riebeckplatz, spaltet seit dieser Zeit die Stadt. Seit 2007 sucht die „Bürgerinitiative Hochstraße“ nach Alternativen.

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